22. September 2007 von okiess

Ein paar Tage nach der Railsconf Europe 2007 in Berlin komme ich nun endlich mal dazu meine Eindrücke aufzuschreiben. Zuerstmal fand ich die Konferenz alles in allem ziemlich gelungen. Die Organisation durch O’Reilly war im Prinzip fehlerlos, das Umfeld deutlich besser als letztes Jahr und die Anzahl der Besucher hatte sich verdoppelt. Die Qualität der Vorträge und Sprecher war in Ordnung, allerdings auch nicht umwerfend.
Angefangen mit der Keynote von DHH wurde relativ schnell klar, dass Rails sehr bald in eine neue Richtung geht bzw. in eine neue Phase eingetreten ist. Rails ist in der kommerziellen Welt angekommen. Es gibt (erstmal) keine “großen Revolutionen” mehr, sondern es ist nun Zeit die Benefits von Rails zu geniessen und anzuwenden. Rails 2.0 steht vor der Tür und wird sehr bald in einem Preview Release verfügbar sein. Darin wurde aufgeräumt, ausgelagert, an Details verbessert und weniger gute Konzepte über Bord geworfen.
Firmen wie Sun und IBM sind nun eindeutig auf den Rails Zug aufgesprungen. Aus reinem Interesse am Framework? Sehr unwahrscheinlich… Klar wurde auf der Railsconf, dass diese Firmen nun um unsere Gunst buhlen, wenn es darum geht Services, Support, Tools, Produkte und Expertise in große Enterprise Projekte einzubringen.
Naja, die Übermacht von Apple Notebooks auf der Railsconf war mal wieder unglaublich. Manchmal saß man in einer Reihe, wo bis zu 8 Macbook Pro’s nebeneinander aufgeklappt waren. Komisch, dass Apple kein Sponsor ist. Mal ehrlich, eine bessere Zielgruppe kann man wohl kaum mehr erreichen…
Inhaltlich habe ich nicht so viel gelernt, aber es ist immer wieder interessant zu sehen, wohin sich das Umfeld bewegt und womit sich Leute beschäftigen. Ich bin weiterhin der Auffassung und das wurde auch durch die Railsconf klar, dass (J)Ruby, Rails und Java zusammen eine Killerkombination sind. Die Entwickler Gemeinden sollten sich wirklich auf eine friedliche Koexistenz einigen. Selbst der Struts Erfinder und Java Server Faces Mitverantwortliche Craig McClanahan war von der Partie und sprach in den höhsten Tönen von Rails… Irgendwie verkehrte Welt… Es scheint, dass man nicht mehr versucht Rails in die Enterprise Welt zu pressen, sondern die Enterprise Welt sich Rails annähert, akzeptiert und natürlich auch davon profitieren möchte…
13. September 2007 von okiess
Ich fahre auch dieses Jahr wieder zur RailsConf Europe. Ich bin mal gespannt, wie sich die Konferenz gegenüber dem letzten Jahr verändern wird. Es werden deutlich mehr Teilnehmer da sein (doppelt soviele wie in London) und O’Reilly ist der Veranstalter, was einen professionellen Ablauf erwarten lässt.
Ich habe gerade mal durch die Sessions geschaut, die geboten werden. Davon interessieren mich folgende Sessions:
Caching in a Multilanguage Environment
Benjamin Krause
Meta-Magic in Rails: Become a Master Magician
Nic Williams
Utilizing Amazon S3 and EC2 in Rails
Jonathan Weiss, Peritor Wissensmanagement GmbH
JRuby on Rails: A Path to Adoption
Thomas Enebo
Really Scaling Rails
Alex Payne
JRuby on Rails at ThoughtWorks
Ola Bini, ThoughtWorks
Building Rich Internet Applications with Flex and Ruby on Rails
Simeon Bateman
Wir sehen uns in Berlin! 
6. September 2007 von okiess
Das Interview mit David Heinemeier Hansson ist nicht mehr ganz neu, aber ich wollte doch nochmal die Gelegenheit nutzen darauf hinzuweisen. Großartig! Ich liebe es wenn Leute “starke Meinungen” haben und eine ganze Industrie (Hersteller von Java und .NET basierten Architekturen) mit einem Begriff (Junk) völlig politisch inkorrekt abstrafen. Ein weiteres Beispiel ist Linus Torvalds, der Linux “Erfinder”, der immer wieder mit seinen völlig arroganten Bemerkungen (z.B. über CVS) unangenehm auffällt.
Ich bin zwar überhaupt nicht einer Meinung mit David, aber ich finde es gut, dass er weiterhin unangepasst ist und an seine Idee glaubt. Ich denke allerdings, es ist nur vorteilhaft, dass eine Java Implementation von Ruby gibt, denn die (in Konzernen vorhandenen) J2EE/JEE Umgebungen (Applikationserver) sind in Sachen Skalierbarkeit, Clusterfähigkeit, Ausfallsicherheit, Connection Management etc. dem üblichen Rails Stack deutlich überlegen. David sieht JRuby und andere Lösungen als Nischen und ich denke, darin täuscht er sich. Ich denke, die Zukunft sieht gut aus für diese Lösungen.
5. September 2007 von okiess
Vor ein paar Tagen habe ich das betahouse im Web entdeckt. Beim “betahouse” in Cambridge, USA geht es um eine Möglichkeit als Gründer bzw. unabhängiger Webentwickler Office Space, Infrastruktur und “soziale Verbindungen” in Anspruch zunehmen. Das Ganze gibt es für 200-400 US Dollar im Monat. Ich würde mir wünschen, dass es solche “Einrichtungen” auch in Deutschland gäbe, denn ich denke Geld allein ist für einen Gründer heutzutage nicht das Wichtigste. Sich komplett über das Internet zu organisieren ist durchaus möglich, aber “menschlich” und “psychologisch” doch oft schwierig. Räumlich kostengünstig beisammen zu sein (zumindest zeitweise) hilft auch jeden Fall. Also, liebe deutsche Copycat’s, hier gibt es was zu tun… 