Die OpenSocial API
Wie man bereits überall im Netz lesen kann, hat Google am 1. November die Verfügbarkeit der OpenSocial API bekannt gegeben. Eine Reihe von führenden Social Networking Sites wie z.B. MySpace, LinkedIn, Xing etc. haben sich dieser Initiative angeschlossen und werden diese standardisierte API in Ihren Sites anbieten.
Für Social Networking Sitebetreiber bedeutet dass, das deren Sites als Umgebungen bzw. Container dienen, um Drittanbieter Anwendungen (oder auch Widgets, Gadgets und Social Applications genannt) integrierbar zu machen. Der OpenSocial Ansatz ist also eine deutliche Konkurrenz zu Facebook, dem Markführer für Social Applications, die sich dieser Initiative nicht angeschlossen haben.
Für Social Application Entwickler (Drittanbieter) bedeutet dies, ihre Anwendung ohne großen Aufwand in alle OpenSocial konformen Social Networking Sites integrieren zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man auf diesem Wege theoretisch 200 Millionen Social Networking Benutzer erreichen…!
Nach einer kurzen Recherche auf den OpenSocial konformen Sites habe ich allerdings noch keine Möglichkeit gefunden, die API real nutzen zu können. Meines Wissens nach gibt es derzeit nur die offizielle Doku von Google und eine “Sandbox” auf Orkut (dem Google angehörigen Social Network), in der man mit der API herumspielen kann. Die OpenSocial API existiert als eine JavaScript-basierte Clientseitige Implementation und eine REST-basierte Serverseitige Implementation.
OpenSocial ist somit ein Programmiermodell und keine zentrale API von Google. Google wird keine Daten halten, sondern hat diesen Standard definiert. Google ist somit mit Orkut (sehr beliebt in Brasilien und Indien) selber ein OpenSocial Container.
Der Nutzen für Social Networking Benutzer ist meiner Meinung nach eher gering. Es wird maximal die Vielfalt von Drittanbieter Anwendungen erhöhen. Da ich allerdings denke, dass die meisten Leute nur 1-2 Sites intensiv nutzen, bringt OpenSocial dem Benutzer recht wenig. Auch die theoretische Möglichkeit der Übertragbarkeit von Profilen von Site zu Site wird warscheinlich eher (noch) nicht passieren. Das liegt wohl hautpsächlich daran, dass die Sitebetreiber an der Mitgliederanzahl gemessen werden und damit wirklich ihr Geld verdienen, genauer gesagt durch gezielte, profilbasierte Anzeigen und indirekt wenn es um den Verkaufspreis der Site geht. Eine einfache Übertragbarkeit werden die meisten Sitebetreiber (leider) eher verhindern wollen.
Für kleinere, unspezialisierte Social Networks werden die Zeiten jetzt noch schwieriger und deren Sites immer unattraktiver. Ich denke sowieso, dass OpenSocial nur für die großen Player im Markt interessant ist. Der Aufwand einen OpenSocial Container anzubieten, lohnt sich erst ab einer hohen Mitgliederzahl oder man ist Markführer in seiner Niche.
Ich als Entwickler werde mich natürlich mit der API beschäftigen und erstmal eine HelloWorld Testanwendung schreiben. Zudem überlege ich mir einen OpenSocial Container in Rails zu implementieren…









Ich stimme Dir zu, dass langfristig - schon allein aus Bequemlichkeit - nur wenige Social Networks den Markt dominieren werden. Da Facebook wahrscheinlich dabei sein wird, gibt es also mindestens zwei APIs. Und von daher auch keinen Riesenvorteil für die Entwickler.
Auf der anderen Seite wäre es schon schön, wenn es bei zwei APIs dann bleiben würde
Die Bestrebungen zur Standardisierung sind auf jeden Fall unterstützenswert. Was sie IRL dann bringen, wird die Zukunft zeigen.
So wie ich das sehe ist noch keine der Example-Anwendungen irgendwie für dritte zu benutzen. Auch unterstützt wohl nur Orkut überhaupt die API und sandboxes dafür werden manuell und restriktiv vergeben (warte noch immer auf freischaltung)…
Auch ich hätte gerne in Rails eine kleine Testanwendung geschrieben, aber wir müssen wohl noch warten…
Grüße
Meine Freischaltung für die Orkut Sandbox habe ich nun inzwischen erhalten. Zudem soll Ning inzwischen OpenSocial bei sich laufen haben… Ich habs aber noch nicht getestet…